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Geschichtlicher Überblick
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Hainfeld 1918 |
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Erstmals wurde 1869 von dem Gutsbesitzer Adolf Freiherr von Pittel und dem Bauunternehmer Peter Giacomozzi vorgeschlagen, das Traisen-, Gölsen- und Triestingtal für die Verbindung der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn mit der Südbahn zu nutzen. Im Jahre 1875 wurde der Bau der Strecke St.Pölten - Leobersdorf samt der Zweigbahn nach Schrambach der Firma Carlo Ronchetti übergeben. Als Sitz der Bauleitung wurde der Markt Hainfeld gewählt. Nach Vollendung der Trassierungsarbeiten und gründlicher Überprüfung der abgesteckten Strecke
Vermessungsarbeiten wurde im Juni 1875 mit dem Unterbau begonnen. Es mussten Hügel abgetragen, Dämme aufgeschüttet,
Eisenbahnbau in Hainfeld Einschnitte hergestellt, Viadukte aufgeführt, Bäche überbrückt und ein Tunnel gebohrt werden.
Tunnelbau durch den Gerichtsberg Dann kam der Oberbau, die Schwellen und die Schienen, die Schotterfüllungen, die Errichtung der Bahnschranken, das Setzen der Kilometersteine usw. Nach Eintreten von finanziellen Schwierigkeiten mussten die Bauarbeiten für kurze Zeit eingestellt werden, da das Konsortium seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen konnte. Sie mussten ihre Stammaktien der Regierung anbieten, die aber nur den zehnten Teil des Normalwertes bezahlte und damit billig in den Besitz der gesamten Stammaktien gelangte. (heutzutage werden staatliche Betriebe an Private verschleudert; SEMPERIT, VOEST ...) - 1877 - Am 1. September 1877 konnte die Strecke Kaumberg -Leobersdorf und am 3. Oktober 1877 die Strecke Kaumberg - St.Pölten als "k. k. Niederösterreichische Südwestbahn" eröffnet werden. Die Eröffnung wurde ohne Feierlichkeit zur Kenntnis genommen. In den ersten Jahren verkehrten nur zwei durchgehende gemischte Züge, zwei von Hainfeld nach jeder Richtung auslaufende Morgen und zwei aus beiden Richtungen in Hainfeld ankommende Abendpersonenzüge mit Maschinen von 13 Tonnen Dienstgewicht. Der Bau der Südwestbahnen war Impuls für die wirtschaftliche Aufwertung der Gemeinden des südlichen Niederösterreichs. Soviel Aufschwung die Leobersdorferbahn den Gemeinden gebracht hat, sosehr wird sie heute vernachlässigt und diese vorhandene Transportkapazität zugunsten der LKW-Transportunternehmen gewaltsam vernichtet. Die Pioniere dieser Bahn müssen dies zum Glück nicht mehr miterleben. Welche Bedeutung die Bahn für Hainfeld hatte, zeigt folgende Statistik aus dem Jahre 1909 der Eisenbahnstation HAINFELD ! Zur Aufgabe (Ausfuhr) gelangten durchschnittlich: Schnittholz ....................300 Waggons Brennholz ......................250 Waggons Langholz ........................140 Waggons Wertholz .........................60 Waggons Fabriks- und Alteisen .....100 Waggons Weißkalk .........................80 Waggons Gerberlohe .......................70 Waggons Hornvieh .........................100 Waggons Abgeladen (eingeführt) wurden durchschnittlich: Bau- und Wertholz ........................30 Waggons Getreide und Mehl ......................300 Waggons Kartoffeln .......................................30 Waggons Horn- und Borstenvieh .................150 Waggons Zucker .............................................15 Waggons Salz ..................................................15 Waggons Bier ..................................................30 Waggons Wein .................................................15 Waggons Kunstdünger und Stroh .....................30 Waggons Mauerziegel ......................................150 Waggons Bau und Schleifsteine ..........................50 Waggons Zement ................................................30 Waggons Kohle und Koks ..................................100 Waggons Werk-, Alt-, Fabriks- und Roheisen ....400 Waggons Eisendraht ..........................................100 Waggons Maschinen aller Art .............................10 Waggons
3150 Waggons durchschnittlich im Jahr !!! Zu dem kommt noch, dass diese Bahn wichtig für die Durchfuhr von ungarischem Getreide, Mehl und Vieh war. Hier in Hainfeld sind zu dieser Zeit etwa 300 Eisenbahner beschäftigt. So arbeiten hier neben dem Bahnhofvorstand 3 Stationsbeamte, 1 Frachtenkassier, 1 Manipulantin, 2 Stationsgehilfen, 1 Magazinsaufseher, 2 Verschieber, 1 Lampister, 1 Magazinsdiener, 5 Weichenwärter, 1 Nachtwächter, 5 Reservebremser, 2 Personenzugspartien, 3 Güterzugspartien sowie die Arbeiter der eigenen Zugsförderung, der Werkstätte, der Achsdreherei, dem Heizhaus und das Reinigungspersonal.
Arbeiter vor dem Heizhaus
- 1878 - Am 1.Juni 1878 wurde die Abzweigung von Scheibmühl bis Schrambach, aufgrund des damals bedeutenden Kohlenvorkommens, in Betrieb genommen.
Erste Fahrt nach Türnitz 1908
Reichsbahn-Zentralschule 1939 (heutige ÖBB-Zentralschule Wörth)
Das Jahr 2004 wird zum Schicksalsjahr der Bahnstrecke und somit ist die Blütezeit vorbei. Im September wird der völlig umgebaute Bahnhof Traisen in Betrieb genommen und der ebenfalls umgebaute Bahnhof Wilhelmsburg von Traisen aus ferngesteuert. Somit werden sämtliche Stellwerker und die Wilhelmsburger Fahrdienstleiter eingespart und wie die vorausgegangenen Haltestellen Traisen Markt, Kreisbach und Göblasbruck zu unbesetzten Geisterbahnhöfen. Im Dezember wird mit Fahrplanwechsel der schönste Teil der Strecke, die Gerichtsbergstrecke, eingestellt und durch Busverkehr ersetzt. 2005 gibt es ein letztes Lebenszeichen. Dank der Kleinregion Triestingtal und der ÖBB-Nostalgie verkehrt von Mai bis Oktober der "Erlebniszug Triestingtal", meist mit schöner Nostalgiegarnitur, Radwaggon und an der Spitze eine Dieselelektrische Lok R 2050.
2006 wird trotz großer Bemühungen um die Weiterführung des Erlebniszuges dann aber auch dieser eingestellt.
Zurzeit wird die Strecke von dem Bewuchs befreit und ab 2011 sollen hier motorisierte Draisinen Touristen befördern.
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